Audimax-Besetzung: Ein Resümee
Die Vorgänge der letzten Wochen sorgten bundesweit für einigen Gesprächsstoff unter den Studierenden ganz Deutschlands. Das Thema Bildungspolitik ist brandaktuell. Mit der Besetzung des Audimax durch streikende Studierende durchflutete die Welle der Diskussion die Köpfe auch an unserer Universität. Nicht nur Studierende haben sich kritisch mit den derzeitigen Themen rund um Lehre, Finanzierung und Bildungsstruktur befasst. Ein reges Medieninteresse bot ebenso einen Rahmen für Stellungnahmen von Politikern, Professoren und Präsidium.
Wer dabei den Überblick verloren hat, hat die Chance hier auf dem Laufenden zu bleiben:
Nicht nur der StuRa sondern alle der Beteiligten freuen sich im Nachhinein über den sehr friedvollen Verlauf der Aktion. Angesichts der Auseinandersetzungen, nicht nur an der Uni Jena, scheint dies keineswegs selbstverständlich. Ein besonderer Dank an den Präsidenten Herrn Brodersen ist mehr als angebracht, welcher sich durch seine vertrauensvolle und tolerante Haltung einiger Kritik seitens der Verwaltung, aber auch einiger Studierenden ausgesetzt sah. Wir hoffen, dass dies in ansprechender Weise Würdigung findet und als ein Signal für mögliche gemeinsame Ansätze verstanden wird.
Auch für den StuRa waren die letzten Wochen eine bewegte Zeit. Erhitzte Gemüter, ad hoc Entscheidungen und intensive Diskussionen markieren unseren beschrittenen Weg. Trotz einiger Missverständnisse in dieser turbulenten und temperamentvollen Zeit ist es fast ein Wunder, dass die Kommunikation zwischen Streikenden, Studierendenrat und Präsidium nährreichen Boden fand.
Ende der Besetzung? Nur bedingt! Mit dem Abschluss durch eine Pressekonferenz haben die "Bildungstreikenden" Anfang dieser Woche die Besetzung des Audimax zugunsten des Lehrbetriebs ausgesetzt. Der bundesweite Bildungsstreik ist damit an dieser Uni aber nicht abgehakt! Es besteht die Möglichkeit (und Notwendigkeit) sich aktiv, kritisch und produktiv an der Gestaltung und Diskussion des Forderungskatalogs der streikenden Studierenden zu beteiligen. Jeden Donnerstag ab 18 Uhr ist das Audimax nun für den StuRa reserviert. Leider ist ein umfangreiches ehrenamtliches Engagement in studentischen Belangen meist mit einiger Arbeit verbunden, die das Studium natürlich nicht leichter macht. Die Interessen der Studierenden in jeder Hinsicht umzusetzen ist für den StuRa ein zum Teil schwieriges Unterfangen. Der Bildungsstreik ist eine Chance zur Mitbestimmung. Er verdient mehr Aufmerksamkeit als „nur“ der StuRa ihm schenken kann.
Auch du bist gefragt! Du willst dich gezielt politisch für deine Bildung einsetzen? Wenn Menschen zusammenarbeiten - gemeinsam Stärken aufbauen – Ideen entwickeln, dann bedeutet dies Selbst- und Mitbestimmung. Der StuRa stellt dir hiermit das Audimax zur oben genannten Zeit als persönlichen Plenarsaal zur Verfügung, dies ist nur ein kleiner Beitrag, den Rest machen wir gemeinsam. Doch es gibt mehr Herausforderungen denen es sich zu stellen gilt. Jeder von uns hat ein Mitspracherecht. Nutzt es! Sei es innerhalb der Hochschulgruppen oder aber durch Wahrnehmung von Ehrenämtern. Wir leben in einer Demokratie und diese lebt durch unsere Beteiligung. Mach Gebrauch von deinem Recht dich einer Wahl zu stellen und deinem Recht zu wählen. Der Bildungsstreik ist nur einer von vielen möglichen Wegen, die die Studierenden anlässlich der Hochschuldebatte eingeschlagen haben. Will man diese jüngsten Ereignisse und Erfahrungen zusammenfassen wollen, eignet sich eine Feststellung, die viele aufmerksame Studierende von uns in dieser Zeit teilen können:
Leben ist Bewegung. Meinung braucht Stimme. Engagement ist kein Fremdwort.
Euer Studierendenrat